Die Leiden des jungen Bürohengsts

Wer kennt ihn nicht, den Spruch vom Kreuz mit dem Kreuz. Schon lange nicht mehr, ist der sogenannte Hackler Hauptleidtragender. Der gemeine Bürohengst wird geplagt von Nackenschmerzen und einem schmerzenden „Computermaus-Arm“. Bewegung soll helfen.

Diagnose RSI. Keine Angst, Ansteckungsgefahr ausgeschlossen. Doch was verbirgt sich hinter RSI? Das RSI-Syndrom steht für repetitive strain injury und ist besser bekannt unter „Sekräterinnenkrankheit“ oder „Mausarm“. Infolge von monotonen Bewegungen und falscher Sitzhaltung über einen längeren Zeitraum, entsteht eine Schädigung des Bewegungsapparates. Betroffen ist vor allem der Hand-, Arm-, Schulter- und Nackenbereich. In den USA ist RSI bereits eine anerkannte Berufskrankheit.

Hauptauslöser von RSI sind Arbeitsplätze auf dem ergonomischen Stand des Mittelalters. Weitere Ursachen liegen in einer falschen Sitzhaltung, fehlenden Arbeitsunterbrechungen und generellem Bewegungsmangel. Vor allem dieser ist fatal. Denn ergonomischer Arbeitsplatz hin oder her: Rückenschmerzen entstehen besonders häufig dann, wenn die Rückenmuskulatur zu schwach ausgeprägt, sprich untrainiert ist. Um RSI vorzubeugen, bedarf es nicht all zu viel. Besondere Bedeutung kommt dem ergonomischen Computerarbeitsplatz zu. Das Ergonomierezept besteht aus einem höhenverstellbaren Drehstuhl mit Armlehnen, einer ergonomischen Tastatur, einem genügend großen und höhenverstellbaren Bildschirm, einer ergonomisch gestalteten Maus und genügend Raum, um die Beine auszustrecken. Nicht zu vergessen ist der Schreibtisch an sich. Dieser hat dann die richtige Höhe, wenn Ober- und Unterschenkel sowie die Arme einen Winkel von 90 Grad aufweisen. Die Füße gehören auf den Boden. Das beliebte Überschlagen der Beine kann zu Durchblutungsstörungen bis hin zu Krampfadern führen. Die verstellbare Höhe des Monitors ist vor allem für den Nackenbereich relevant. Im Idealfall liegt die oberste Bildschirmzeile etwas unterhalb des horizontalen Blickwinkels.

Soviel zur Vorbeugung, doch was, wenn einen der Mausarm bereits quält? Hier werden bewegte Arbeitspausen empfohlen. Dehnungsübungen, Schultern lockern und vielleicht auch einmal ein Spaziergang. Wichtig ist vor allem Abwechslung: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto oder auch Sitzball statt Drehstuhl. Jede Bewegung aktiviert die Nervenzellen und stärkt die Abwehrkräfte. Beanspruchte Gelenke, aber auch Organe, können so besser durchblutet werden. RSI ist aber nicht alles worunter man aufgrund von stundenlanger Bildschirmarbeit leiden kann. Auch die Augen werden beansprucht. Stundenlanges Starren auf den Bildschirm kann Sehstörungen und Bindehautreizungen verursachen. Das Problem liegt überwiegend in den geringen Lidschlägen. Blinzelt man normalerweise circa zehn Mal in der Minute, reduziert sich der Lidschlag vor dem Bildschirm in manchen Fällen um bis zu 50 Prozent. Dadurch wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert und hat die bekannten trockenen Augen zu Folge. Tipps sind hier öfters mal einen Blick aus dem Fester zu werfen oder das Massieren der Schläfen und Nasenwurzel. Man darf auch Gähnen. Gähnen entspannt nämlich die Gesichtsmuskulatur und befeuchtet die Augen.

Tipps:

  • Korrekte Höhe von Monitor, Drehstuhl und Schreibtisch.
  • Beide Füße sollten beim Sitzen den Boden berühren.
  • Beine nicht übereinander schlagen.
  • Arme und Beine sollten einen Winkel von 90 Grad aufweisen. Unterarme am Tisch abstützen.
  • Ab und zu ein Blick aus dem Fenster.
  • Gähnen entspannt die Gesichtsmuskulatur.
  • Massieren der Schläfen und Nasenwurzel entspannt die Augen.
  • Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto und hin und wieder Sitzball statt Drehstuhl.

    Quelle: Judith Karasek, Report Verlag

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    Eine Antwort to “Die Leiden des jungen Bürohengsts”

    1. Harald Steindl Says:

      Was für ein Titel! 😉
      Vielen Dank für die Info!

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